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Acharei Mot-Kedoschim

Es gibt jüdische Musiker, jüdische Fußballspieler, jüdische Bauern, jüdische Schriftsteller – was immer Sie wollen! Doch eine Sache gibt es nicht: Jüdische Jäger. Der Wochenabschnitt aus der Tora für diese Woche, Acharei MotKedoschim, ist der Grund dafür.

Das Leitwort  »Blut«, hebräisch »dam« durchzieht den ersten Teil unseres Abschnitts, 3. Mose 16-18. Mit gutem Grund: Es geht um Leben: Leben angesichts von Schuld, Leben der Tiere, die wir essen, Leben als Familie. Damals dachte man, Blut sei der Träger des Lebens. Das war logisch, denn Menschen, die sehr viel Blut verlieren, sterben. Also muss das, was den Menschen am Leben erhält, sein Blut sein. Deshalb verbietet der Wochenabschnitt strikt, dass wir Blut – also Leben – verzehren, denn Leben gehört zu Gott, es ist heilig. Wer also Fleisch essen möchte, muss dafür sorgen, dass nicht ein winziger Rest Blut darin ist. Deshalb gibt es eine besondere jüdische Methode zu schlachten und danach wird das Fleisch sogar noch gesalzen, um die restliche Flüssigkeit zu entziehen. Mit der Salzung (und der Trennung von Milch) unterscheiden sich die jüdischen Speisegesetze von den muslimischen, unterscheidet sich koscher von halal.

Gejagtes Wild darf nicht verzehrt werden. Warum? Hier hat nicht alles Blut das Fleisch sofort verlassen. Deshalb gibt es keine jüdischen Jäger.

Der Wochenabschnitt wirft aber noch eine größere Frage auf. Blut ist heilig und kein Tier darf geschlachtet werden, ohne zum Tempel gebracht zu werden. Der Bibelkommentator Abraham ibn Esra sagte im 12. Jh.: Es gibt viele, die deshalb lehren, es sei verboten, im Exil Fleisch zu essen. Ihr Vorbild ist Daniel, der im babylonischen Exil auf Wein und Fleisch verzichtete. Der Talmud aber sagt: Früher, als der Tempel stand, war Fleisch das Symbol der Festfreude, heute ist es der Wein. Wein also ist o.k. Und Abraham ibn Esra verwirft die Bedenken seiner Zeitgenossen, die auf Fleisch verzichteten und sagt, das sei ein großes Missverständnis. Doch heute stellt sich die Frage neu, vor allem angesichts unserer modernen Massentierhaltung, auch für koscheres Fleisch: Wieviel Fleisch braucht der Mensch? Wie heiligen wir das Leben?

Schabbat Schalom.

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